Protokoll des Umbaus der Gesellschaft zur „Kriegstüchtigkeit“ durch schrittweise Veränderungen in Politik, Wirtschaft und Sprache.
Posten markanter Informationen mit Fokus auf Deutschland, EU, USA & NATO, Ukraine & Russland
Soundtracks zur Zeitenwende
Aus dem Film „Cabaret“ das Stück „Tomorrow belongs to me“
Wie man den Charakter eines Liedes, einer Gesellschaft un-merklich ändert.
S.O.S.Silly
Immer noch schwimmt da vorn der Eisberg. Nur die Spitze ist zu sehn.
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Kursiv: Kommentare von factcheck.de
2026
09. März
X, Nato-Generalsekretär Rutte
Die Nato sei nicht nur ein Militärbündnis, sondern auch eine “Plattform”, mit deren Hilfe die USA ihre Macht in die Welt projizieren können, sagte Rutte. Die Nato ist also ein Instrument des USA, nicht ausschließlich ein Verteidigungsbündnis.
SIPRI, Global arms flows jump nearly 10 per cent as European demand soars
The volume of major arms transferred between states increased by 9.2 per cent between 2016–20 and 2021–25. States in Europe more than trebled their arms imports, making it the biggest recipient region. Total exports by the United States, the world’s largest supplier of arms, increased by 27 per cent. This included a 217 per cent increase in US arms exports to Europe.
he increase in global arms flows was the biggest since 2011–15. It was overwhelmingly due to the growth in transfers to Ukraine (which received 9.7 per cent of all arms transfers in 2021–25) and other European states.
Bei den Exporten rückte Deutschland auf den vierten Platz vor und überholte China.

08. März, Internationaler Frauentag
Leider ist die Illusion, Frauen an entscheidenden Machtpositionen würden zu einer friedlicheren Welt beitragen, schon länger verflogen. Macht und Besitz ändern nicht nur den Charakter von Männern.

07. März
Digital Pioneers, In KI-Kriegs-Simulationen werden in 95 % der Fälle Atombomben eingesetzt
Ein Forscher hat KI-Tools in Planspielen gegeneinander Krieg führen lassen. Das erschreckende Ergebnis: Die Chatbots haben sich am Ende fast immer gegenseitig mit Atomwaffen angegriffen.
Den Modellen standen 30 Optionen für De- und Eskalation zur Verfügung. Diese reichen von bedingungsloser Kapitulation über taktische Rückzüge der eigenen Truppen bis zu diplomatischen und militärischen Optionen – inklusive der Androhung und Umsetzung eines Nuklearangriffs. Bei jeder Wahl einer Option bestand zudem eine geringe Chance, dass die Aktion scheitert und eine nächsthöhere Stufe der Eskalation auslöst. So sollte simuliert werden, dass es zu Fehlkommunikationen oder unautorisierten Aktionen kommt.
95 Prozent aller Simulationen endeten mit mindestens einem Atomangriff einer KI. Ferner gab im Laufe der Simulationen kein einziges Modell nach und passte sich den Forderungen der Gegner an. Auch die bedingungslose Kapitulation als Deeskalationsstufe kam nie zum Einsatz.
Das ist die Perspektive bei Kregen zwischen Großmächten (USA, Russland, China, EU).
Die europäische Aufrüstung bei fortdauerndem Ukrainekrieg fürt genau zu dem beschriebenen Szenario.

Weltwoche, General Vad: Vier Jahre sinnloses Blutvergießen
Dieser Krieg war aufgrund der Kräfteverhältnisse nie auf dem Schlachtfeld zu gewinnen. Unsere Politik der puren Waffenlieferungen ohne Verhandlungen war und ist unsinnig. Das ist nun deutlich zu sehen. Aber weiterhin fallen täglich die Soldaten. Wir sehen vier Jahre sinnlosen Blutvergiessens.
Wir nehmen sogar die Eskalation in einen europäischen Krieg in Kauf. Ein möglicher Krieg in Europa, vor allem mit Deutschland als Aufmarschgebiet und logistische Drehscheibe der Nato, würde alles zerstören, was wir uns in den letzten achtzig Jahren aufgebaut haben. Krieg ist aus der deutschen Sicht und aus der Sicht Zentraleuropas überhaupt keine Option.
Wir müssen mit den Russen in den Dialog kommen. Großmächte wahren ihre sicherheitspolitischen und strategischen Interessen. Da geht es um nationale Sicherheit, Interessen und Macht.

Foreign Policy, Witkoff and Kushner Get an F in Diplomacy
Inexperienced and overextended, Trump’s envoys have failed on three fronts.
The recent failure of U.S.-Iran negotiations in Oman and Switzerland and the rush to war are painful reminders of just how hard it is to deal with Iran. But they also reveal that the negotiating structure that U.S. President Donald Trump has created to deal with conflict is a hot mess.
There’s no precedent in the annals of U.S. diplomacy for a president turning the efforts to resolve three historic conflicts simultaneously over to his best friend and his son-in-law. Former U.S. National Security Advisor and Secretary of State Henry Kissinger pulled off a trifecta in the 1970s: the opening to China; the Paris peace accords on Vietnam; and three disengagement accords following the 1973 Arab-Israeli war. But suffice it to say that Steven Witkoff and Jared Kushner are no Kissinger.
Berliner Zeitung, Greenpeace vor dem Bankrott
Ein Gericht im US-Bundesstaat North Dakota hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace zu einer Schadensersatzzahlung von 345 Millionen US-Dollar verurteilt. Hintergrund sind Proteste gegen den Bau der Dakota Access Pipeline in den Jahren 2016 und 2017.
Greenpeace zum Schweigen zu bringen, hat nicht nur wegen des Schutzes von Geschäftsinteressen der US-Konzerne Sinn. Der Verdacht liegt nicht fern, dass auch Studien von Greenpeace, wie die zum Kräfteverhältnis von europäischer NATO und Russland, nicht überall auf Begeisterung gestoßen sind.

02. März
Foreign Policy, Ukraine’s Lost Generation
As the Russian invasion of Ukraine drags into its fifth year, Ukraine’s next generation is scattered across the world. Years of war have crippled Ukraine’s educational system, leading to widespread learning loss and under-socialization for the 3.5 million students who remain in Ukraine. Meanwhile, the approximately 1.6 million Ukrainian schoolchildren who live in Russian-occupied areas of the country and the nearly 1 million students in the European Union are fast losing their connection to their home country.
Ein weiterer Grund für die ukrainische Regierung, eine diplomatische Lösung des Kriegs nicht nur zu suchen, sondern in absehbarer Zeit herbeizuführen.
X, Arms dealer Christopher Harborne paid BorisJohnson a million UK pounds to convince Zelensky not to sign the Istanbul peace deal
Dies mag nicht der einzige Grund für das Scheitern der Istanbuller Verhandlungen gewesen sein, aber es entlarvt eine der wesentlichsten Triebkräfte des nicht enden wollenden Ukrainekrieges.
Berliner Zeitung, Wie Bundeswehr, zivile Kliniken und das neue US-Militärkrankenhaus in Rheinland-Pfalz den Ernstfall proben
Mit „Quadriga 2026“ stellt der Sanitätsdienst der Bundeswehr seine Rettungskette im Verteidigungsfall auf den Prüfstand. Geübt wird ein Szenario nach Artikel 5 des Bündnisses NATO. Im Fokus steht die Frage: Wie gelingt eine lückenlose Versorgung Verwundeter – vom Gefechtsfeld bis in eine Klinik in Deutschland? Beteiligt an der größten Übung dieser Art seit 2022 sind 1000 Soldaten und 250 zivile Kräfte.

23. Februar
IPPNW, 4. Jahrestag Ukrainekrieg am 24.02.
Anlässlich des 4. Jahrestages des Ukrainekrieges fordert die IPPNW von Bundesregierung und EU einen Strategiewechsel in ihrer Ukrainepolitik. Sie sollten die derzeit stattfindenden Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine unter der Leitung der USA durch eigene diplomatische Vorschläge konstruktiv begleiten. Die Friedensorganisation fordert die Bundesregierung auf, ihre Politik am Schutz von Leben und Gesundheit der Menschen auszurichten. Kriegstüchtigkeit und Hochrüstung schaffen keine Sicherheit. Dazu gehört, dass die Bundesregierung und die EU wieder eigene Gesprächskanäle und Dialogformate und diplomatische Kontakte mit Russland initiiert oder reaktiviert.

Merkur, Fronterfahrung für die Bundeswehr: Deutsche bekommen Ausbilder aus der Ukraine
Der Ukraine-Krieg formt eine neue Generation von Soldaten. Viele Truppen sammeln inzwischen umfassende Kampferfahrung – etwa im Drohneneinsatz, im Umgang mit moderner Technik oder bei schnellen taktischen Entscheidungen auf dem Gefechtsfeld. Auch die Bundeswehr soll davon profitieren: Künftig sollen ukrainische Ausbilder ihr Wissen direkt in deutsche Truppenschulen einbringen.
Hoffentlich bekommen die Auszubildenden auch Informationen zu den Überlebenschancen an der Frontlinie – schnelle taktische Entscheidungen sind keine Überlebensgarantie.
Andrew Korybko, The Baltic States Plan To Form Their Own “Military Schengen”
This will one day link with the existing “military Schengen” between the Netherlands, Germany, and Poland, which Belgium and France plan to join, for creating a contiguous zone of free military movement between the Pyrenees and Estonia.
The members aim to slash to 3-5 days the estimated 45 days that it currently takes to send the the flow of troops and equipment from the Atlantic to the Eastern Flank.
Die Zeit, Nato-Manöver: Steadfast Dart übt in Deutschland den Ernstfall
Steadfast Dart 26 ist die größte Nato-Übung 2026 und die größte ihrer Art seit knapp sieben Jahren. Rund 10.000 Soldaten aus elf europäischen Ländern üben die Verlegung von Süden und Westen nach Norden und Osten. Noch bis Ende März sind sie vor allem in Norddeutschland auf See, in der Luft und an Land im Einsatz; auch Weltraum- und Cyber-Einheiten sind dabei.
14. Februar, Tagesspiegel, Liveblog Internationales, zwei Beiträge
90 Milliarden für die Ukraine: EU-Parlament gibt grünes Licht für Kredit
Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch in Straßburg mit 458 zu 140 Stimmen für den Gesetzentwurf, mit dem zwei Drittel des Finanzbedarfs der Ukraine für 2026 und 2027 gedeckt werden sollen. Kiew muss das Geld nur zurückzahlen, wenn Russland Reparationen für die Kriegsschäden in der Ukraine gezahlt hat.
Das gilt allerdings als wenig wahrscheinlich; die Rückzahlung erfolgt anderenfalls durch die Steuerzahler Europas.
Ukrainische Rüstungsfirmen erhalten erste Exportlizenzen seit Kriegsbeginn
Ukrainische Rüstungsfirmen haben die ersten Lizenzen für den Export ihrer Waren seit Beginn des Krieges erhalten. Das teilt der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Rustem Umjerow, mit. Die Regierung in Kiew will mit den Ausfuhren Geld für den Ausbau der heimischen Rüstungsindustrie einnehmen.
Ukraine to open 10 weapons export centers in Europe in 2026
Das heißt also, dass die NATO-Staaten inzwischen so viel an Waffen an die Ukraine liefern (laut Ukraine noch nicht genug), dass die Ukraine die selbst hergestellten Rüstungsprodukte nicht mehr an der Front benötigt, sondern in die NATO exportieren kann. Natürlich nicht auf Kredit.


11. Februar, Foreign Policy, The Real Risk After New START Isn’t Arms Racing
Without the treaty, nuclear forces will become hard to verify and harder to trust. New START, the last remaining major U.S.-Russia arms control treaty, is now confirmed dead. While there has been repeated talk about extending it or negotiating some kind of stopgap deal, interest in perpetuating the treaty has cratered. This is due in part to Washington’s growing skepticism about Russian compliance and, perhaps more importantly, U.S. President Donald Trump’s stated desire to pursue a new arms control framework of his own—one that would include China. With New START gone, there are no longer any legal constraints preventing the United States and Russia from expanding their nuclear arsenals.
Das sich China bislang weigert, an derartigen Verhandlungen teilzunehem, liegt ein neuer Vertrag in weiter Ferne; um so näher die hier beschriebene zunehmende Unsicherheit.
07. Februar
Ostseezeitung, Panzerrampen, Gleise, Kräne: Rostocker Hafen investiert für die Nato
Im Krisenfall wird die Hansestadt zur wichtigsten Drehscheibe des Militärbündnisses gen Norden: Bis zu sechs Schiffe pro Tag müssen dann im Seehafen beladen werden. Dafür aber muss ausgebaut werden – bezahlt aus Berlin.
Im sogenannten „Operationsplan Deutschland“ ist vorgesehen, dass ein beträchtlicher Teil aller Truppenbewegungen der Nato im Krisenfall über den Nordosten abgewickelt würde. Bis zu 120.000 Soldaten müssten im Land versorgt werden. Neben dem Militärflughafen Rostock-Laage wird dann die Hansestadt zur Drehscheibe.
Auf dem Gelände des Marinearsenals auf der Westseite der Warnow soll dafür ein neuer Hafen für Kriegsschiffe gebaut werden – ein „Deployment Hub“ für die Nato.
Bundeswehr, Quadriga 2026: Was ist neu?
2026 ist Quadriga nicht mehr als reine Übung, sondern als einsatznahe Operation anlegt. Das bedeutet, dass so nah wie möglich am Ernstfall geübt wird – ohne lange Vorlaufzeiten und fiktive Parameter. Die Führung von Quadriga 2026 übernimmt das Operative Führungskommando der Bundeswehr. 2026 findet Quadriga im Kernübungszeitraum Februar bis März in Deutschland und Litauen statt. Das Heer übt bei Grand Quadriga im Februar 2026 die schnelle Verlegung seiner Mittleren Kräfte mit sofortiger Erprobung der Einsatzbereitschaft als Kampfverband. Dabei wird auch das Zusammenwirken mit den multinationalen Kräften der Allied Reaction Force der NATO trainiert.

04. Februar
Der Spiegel, Wie die EU zum Verteidigungsbündnis umgebaut werden könnte
Die Politiker der Europäischen Volkspartei EVP um Manfred Weber (CSU) wollen eine neue Verteidigungsallianz bauen. Die 27 Staaten sollen sich militärisch beistehen. Dafür soll die Beistandsklausel aus dem EU-Vertrag (Artikel 42.7) geändert werden.Im Falle eines Angriffs sollen sich die EU-Staaten „mit allen in ihrer Macht stehenden Mitteln“ gegenseitig helfen.Wenn allerdings die Ukraine bereits 2027 der EU beitritt, kann sich die EU unversehens und quasi unvermeidbar in einen Krieg mit Russland verwickelt sehen.
Die aktuellen Risiken sind anscheinend nicht groß genug, wir brauchen dringend weitere. Am morgigen 5. Februar läuft der NewSTART-Vertrag aus …
Youtube, Prof. Mearsheimer bei Glenn Diesen zum Ukrainekrieg
I think Ukraine will collapse on the battlefield in the near future, given the balance of forces, the casualty-exchange ratio, and the dwindling material support for Ukraine from the West. But, if that does not happen, I would expect the Russia to escalate in a major way to end the war, although I find it difficult to see Putin using nuclear weapons. Nevertheless, one does not want to underestimate what a great power might do if it is truly desperate. Doubters should consider the Japanese attack at Pearl Harbor on 7 December 1941. Japanese leaders were not crazy. They fully recognized that there was only a tiny chance Japan would win, but they were desperate — US oil, scrap iron, and steel embargoes were strangling their economy — and struck anyway.
01. Februar, Foreign Policy,
Trump’s National Defense Strategy Tries to Imagine Climate Change Away
Unlike the 2022 NDS, the new NDS 2026 wholly ignores one of the primary stressors in the global security environment: climate change. It also has nothing to say about energy logistics.
The 2022 NDS recognized that one of the core threats facing the U.S. homeland, both in terms of the safety of the civilian population and continuity of operations at key military installations, was climate change. Destructive hurricanes caused tens of billions of dollars in damage to Tyndall Air Force Base, Camp Lejeune, and Offutt Air Force Base in 2018-19 and that year-round wildfires had increased demands on the National Guard to support civilian authorities by nearly 1,200 percent between 2016 and 2021. In 2025 alone, the U.S. military deployed domestically 50 times to address climate-related hazards, including activating more than 1,800 service members to fight California’s wildfires.
Climate change is also one of the core drivers of the surge in migration about which the Trump administration purports to be so concerned. The drier and hotter than normal conditions in Central America in the 2010s were a key cause of migration to the United States… not every threat can be bombed away.
Many U.S. military facilities are located on low-lying and vulnerable islands, so climate change threatens military posture throughout the Indo-Pacific. U.S. military installations on Guam and the Kwajalein Atoll incurred billions of dollars in damages from typhoons and extreme waves in 2023 and 2024.
Unmentioned in the NDS is that Greenland’s growing strategic importance is a result of climate change, which is melting sea ice in the Arctic and turning the region into a zone of growing competition, with Russia and China increasingly jockeying for access to newly accessible sea lanes and resources.
With Europe now dependent on U.S. liquefied natural gas, the continent has effectively traded vulnerability to energy coercion by Russia for vulnerability to coercion from the United States. U.S. allies have no options but to bend to Washington’s will and accept whatever it demands of them. Historically, allies and partners have stood with the United States willingly because of shared threat perceptions and interests.

Was in dieser treffenden Analyse allerdings vollständig fehlt, ist die Erkenntnis des bedeutenden Beitrags von Rüstung, zunehmender Manövertätigkeit und Krieg am Ausstoß von Treibhausgasen und damit der Verantwortlichkeit des Militärs für die Beschleunigung des Klimawandels.
30. Januar
SWP, The K(orea)-Factor in the Zeitenwende
The article states „a strategic need for Germany to quickly rebuild its defence industrial base. Yet, despite the increased demand and funding, German defence industries are struggling to scale production quickly“. „Plans for localised production by Korean defence firms in Germany could ease bottlenecks, shorten supply chains.“
Die Aufrüstung ist globales Geschäft – und globale Bedrohung.
Uni Leipzig, Mehrheit der Deutschen für erhöhte Verteidigungsfähigkeit
Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist angesichts des russischen Krieges gegen die Ukraine für eine Stärkung der nationalen Verteidigungsfähigkeit inklusive höherer Verteidigungsausgaben. Das ergab eine Onlineumfrage von Forschenden der Universität Leipzig und der Technischen Universität München (TUM) unter 1.095 zufällig ausgewählten Deutschen. Die relative Mehrheit der Befragten befürwortete zudem die Wiedereinführung der Wehrpflicht.
Zur Finanzierung zusätzlicher Verteidigungsausgaben präferierten die Befragten die Umschichtung bestehender Staatsausgaben hin zu Ausgaben für Verteidigung und innere Sicherheit und weg von Sozialausgaben.

Das Befürworten der Umschichtung von Ausgaben zu Lasten der sozialen deutet schon wegen des Mediums der Umfrage auf die Nichtbeteiligung von Menschen mit geringerem Einkommen hin.
Zweifellos hat auch die weitgehend homogene Berichterstattung zum Ukrainekrieg und zur vermeintlichen Bedrohung durch Russland [Beitrag 7.11.25] zu den Ergebnissen der Umfrage beigetragen.
26. Januar
Foreign Policy, Why Trump Should Accept Putin’s New START Offer
The United States is approaching a decisive moment in its management of nuclear risk. New START—the last remaining arms control agreement between the United States and Russia—is scheduled to expire on Feb. 5. Signed in 2010, New START has helped limit nuclear competition between the world’s largest arsenals by capping warheads and delivery systems and enabling inspections and data exchanges.
Ein Ende von START würde ab dem 6. Februar das Risiko eines Atomkrieges weiter erhöhen. Die Weltuntergangsuhr steht schon jetzt auf 89 Sekunden vor Mitternacht.
X, Johannes Varwick, Aus der neuen US-Defense Strategy
„Moskau ist nicht in der Lage, einen Anspruch auf die Vorherrschaft in Europa zu erheben. Die europäische NATO stellt Russland in Bezug auf Wirtschaftsleistung, Bevölkerungszahl und damit auch latente Militärmacht in den Schatten.*
Das Schreckgespenst eines russischen Überfalls auf ein NATO-Mitglied entbehrt einer sachllichen Grundlage.
FAZ, Eine neue Rüstungsaktie, die durch die Decke geht
Der Eröffnungskurs des Prager Rüstungskonzerns CSG am Freitagvormittag lag mit 32 Euro um 28 Prozent über dem Ausgabekurs von 25 Euro. Das bisher in Privatbesitz des Unternehmers Michal Strnad stehende Unternehmen hat am Freitag 132 Millionen Aktien auf den Markt gebracht und 3,3 Milliarden Euro eingenommen. Es war der weltweit größte Börsengang eines reinen Rüstungskonzerns.
Bei derartigen Geschäftsaussichten bleibt die ursprüngliche Absicht Tschechiens, die Ukraine nicht mehr militärisch zu unterstützen, eine Ankündigung ohne Folgen [Beitrag 23.01.]
23. Januar
Europäisches Parlament, EU-Darlehen an Ukraine wird im Eilverfahren behandelt
Am Dienstag billigte das Parlament per Handzeichen einen Antrag zur Beschleunigung des Gesetzgebungsverfahrens zum EU-Finanzpaket für die Ukraine. Der Vorschlag sieht ein EU-Unterstützungsdarlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine vor, …
Dieses neue Instrument würde militärische Unterstützung sowie allgemeine Haushaltshilfe für die Regierung in Kyjiw leisten und zugleich die ukrainische Verteidigungsindustrie sowie die Integration der Ukraine in die europäische Verteidigungsindustriebasis unterstützen.
Tschechien, Ungarn und die Slowakei unterstützen das Vorhaben nicht.
Zur Rolle der Slowakei siehe den nachfolgenden Eintrag.
Der Freitag, Schwejks Gespühr für Geld
Die neue Regierung von Andrej Babiš hält daran wider Erwarten an den Mulitionslieferungen an die Ukraine fest. Die Tschechen stöberten – vorwiegend wohl in afrikanischen Depots – über vier Millionen Stück großkalibriger Munition auf, NATO-Verbündete wie Deutschland, die Niederlande, Dänemark usw. beglichen die Rechnung. Der Milliardär Babiš dürfte bemerkt haben: Auch dank der mit üppigen Margen gesegneten Munitionsinitiative wuchs die tschechische Rüstungsindustrie seit Kriegsbeginn um 70 Prozent.
NTV, Bundeswehr will wohl Rostocker Flughafen übernehmen und ausbauen
Das Bundesverteidigungsministerium überlegt eigenen Angaben zufolge, den Flughafen Rostock-Laage zu kaufen. Die Luftwaffe brauche mehr Platz …
Die Betreiber des bislang vorrangig zivilen Flughafens wissen noch nichts von den Übernahme-Überlegungen.

ICAN, Kungebung am Brandenburger Tor
Zum 5. Jahrestag des UN-Atomwaffenverbotsvertrags rufen wir gemeinsam mit unseren Partner*innen der IPPNW am 22. Januar 2026 um 14 Uhr zu einer Kundgebung in Berlin am Brandenburger Tor auf. Gemeinsam fordern wir: Abrüsten statt Aufrüsten, Atomwaffen aus Deutschland abziehen und dem Verbotsvertrag beitreten!

22. Januar, Barron`s,
Norwegen bereitet sich auf Enteignungen von Eigentum in Kriegszeiten vor
Thousands of Norwegians were to receive letters on Monday from the military informing them that their homes, vehicles, boats and machinery may be requisitioned in the event of war.“The requisitions are intended to ensure that, in a wartime situation, the armed forces have access to the resources necessary for the defence of the country,“ the military said in a statement.
Für das Jahr 2026 werden rund 13.500 vorläufige Beschlagnahmungsbescheide ausgestellt.
Norwegische Gründlichkeit.
Geschichte:
Die letzte Besetzung Norwegend erfolgte 1940 durch Truppen der deutschen Wehrmacht.
17. Januar
Bundeswehr.de, NATO-Übung Steadfast Dart 2026
Steadfast Dart ist eine jährlich stattfindende Übung der NATO, in der die schnelle Verlegung und Versorgung der Allied Reaction Force durch Europa geübt wird. Bei Steadfast Dart 2026 werden im Übungszeitraum von Januar bis März die entsprechenden Einheiten in ihren Heimatländern aktiviert und auf dem Seeweg, dem Landweg und dem Luftweg aus der Türkei, Italien und Spanien quer durch Europa und über seine Randmeere nach Deutschland transportiert. Die Übung umfasst rund 10.000 Soldatinnen und Soldaten aus elf Nationen, darunter aus Italien, Griechenland, Deutschland, Tschechien, Spanien, Litauen, Bulgarien und der Türkei.

RND, Zahl der Kriegsdienstverweigerer steigt um über 70 Prozent
Beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA), das über die Anträge entscheidet, gingen 3.867 Anträge ein, 72 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
MSN, Bundestag baut Beschaffungsvorschriften für die Bundeswehr ab
Vanessa Zobel, CDU: „Denn seien wir doch mal ehrlich: Im Gefechtsfall fragt doch keiner mehr nach dem CO2-Fußabdruck.“ Die Bundeswehr müsse nun nicht mehr klimafreundlich einkaufen, Einsatzfähigkeit komme zuerst.
Ob Fridays4Future irgendwann den Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung & Umweltzerstörung einerseits sowie Aufrüstung & Krieg andererseits zur Kenntnis nimmt?
„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg.“
-Mahatma Gandhi-
13. Januar, Der Spiegel, Unwort des Jahres: „Sondervermögen“
Begründung der Jury: Der im vergangenen Jahr vermehrt im öffentlich-politischen Sprachgebrauch verwendete Begriff, … habe „sehr deutlich die politischen Debatten über Staatsverschuldung und Investitionsprogramme“ geprägt..
Das Wort richte sich „in Debatten über politische Maßnahmen an alle Bürger:innen. Viele von ihnen … orientieren sich an der Alltagsbedeutung.“ [..]
„Der Gebrauch des Technizismus in der öffentlichen Kommunikation verdeckt, was mit ihm gemeint ist: die Aufnahme von Schulden.“
12. Januar
Produktion, Bundeswehr ordert 5.000 Eagle V bei General Dynamics
4 Milliarden Euro, 5.000 Fahrzeuge, neue Werke: General Dynamics European Land Systems liefert Eagle V-Fahrzeuge für die Bundeswehr – ein strategischer Großauftrag. Es handelt sich um geschützte Führungs- und Funktionsfahrzeuge des Typs Eagle V 4×4 und geschützte Sanitätsfahrzeuge Eagle V 6×6.
Knapp 3.000 Einheiten im Wert von 4 Milliarden Euro wurden sofort beauftragt.

Bloomberg, Entwicklung STOXX European Aerospace & Defense
If in 2025 you shorted 30-year German bunds and put the proceeds into the STOXX European Aerospace & Defense index, you more than doubled your money.

Berlin Alexanderplatz, Werbung der Bundeswehr

Berlin, 11.01., Gedenkmarsch zu Ehren von Rosa Luxemburg & Karl Liebknecht

07. Januar
The Wall Street Journal, Germany’s Secret Plan for War With Russia
A classified blueprint shows why weapons or troop numbers alone may not decide the outcome of a broader conflict between Moscow and the West
The Operation Plan Germany (1,200 page-long classified document) details how as many as 800,000 German, U.S. and other NATO troops would be ferried eastward toward the front line. It maps the ports, rivers, railways and roads they would travel, and how they would be supplied and protected on the way.

Die ZEIT, Merz will deutsche Beteiligung nach Waffenstillstand in der Ukraine
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat eine militärische Beteiligung Deutschlands an der Absicherung eines möglichen Waffenstillstands in Aussicht gestellt.
„Dazu kann zum Beispiel gehören, dass wir nach einem Waffenstillstand Kräfte für die Ukraine auf benachbartem Nato-Gebiet einmelden.“
Russland will keinen Waffenstillstand ohne Friedensvertrag und ist strikt gegen die Stationierung von NATO-Truppen der „Koalition der Willigen“ in der Ukraine. Bei Beibehaltung der aktuellen Strategie der Europäer ist kein Ende des Krieges in Sicht.
Ein Gedicht von Bertold Brecht
Ihr Leute, wenn ihr einen sagen hört
Er habe nun ein großes Reich zerstört
In achtzehn Tagen, fragt, wo ich geblieben:
Ich war dabei und lebte davon sieben.
05. Januar, NYT, Friedensverhandlungen im Ukrainekrieg?
Die CIA haben in letzter Zeit die Ukraine unterstützt, sowohl strategisch wichtige Raffinerien im Inneren Russlands auszuwählen und anzugreifen, als auch Schiffe der „Schattenflotte“ zu beschädigen. Damit wird eine wichtige Einkommensquelle Russlands ins Visier genommen.
Nach dem Bericht der New York Times beziffert der US-Geheimdienst das diese „strikes would come to cost the Russian economy as much as $75 million a day“.
03. Januar, Welt, Tagesbefehl zum neuen Wehrdienst
Das Gesetz für den neuen Wehrdienst ist am 1. Januar in Kraft getreten.
Die Bundeswehr soll von zuletzt mehr als 180.000 Männern und Frauen um 80.000 auf 260.000 aktive Soldaten wachsen. Zudem soll es 200.000 Männer und Frauen in der Reserve geben.
Pistorius und Breuer: „700.000 Frauen und Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008 erhalten in diesen Tagen einen Fragebogen„. „Wir brauchen mehr Infrastruktur, mehr Ausrüstung, zusätzliche Unterkünfte und leistungsfähige Musterungszentren“.


